Ob Hamster, Chamäleon oder Fisch – die Haustiere sind so verschieden wie die Menschen. Eines aber haben alle Tierhalter gemeinsam: Auf den geliebten tierischen Begleiter möchte keiner von ihnen mehr verzichten. Haustiere – ihre Erfolgsgeschichte begann vor mehreren tausend Jahren und führte vom lebensnotwendigen Nutztier zum nicht minder lebensnotwendigen Hausgenossen.
Die ersten Haustiere des Menschen
Eines der ältesten Haustiere des Menschen ist das Schaf, das bereits vor 11.000 Jahren gehalten wurde. Über den Status des Nutztieres allerdings ist der sanfte „Woll-Milch-Fleisch-Produzent“ nie herausgekommen. Weitaus mehr Persönlichkeitspotenzial entdeckte der Mensch offensichtlich im Hund, der vor rund 15.000 Jahren erstmals domestiziert wurde. Allerdings – man glaubt es kaum – wurden auch die ersten Hunde wahrscheinlich ebenfalls als Fleischlieferanten gehalten. Dem Hund zumindest ist der Sprung aus der „Speisekammer“ ins Wohnzimmer gelungen. Seine Gestalt wurde durch Züchtung vielfach verändert, sodass es heute mehr als 800 Hunderassen gibt. Eine völlig andere Strategie verfolgte der zweite Spitzenkandidat unter den Haustieren: Die Katze ließ sich nicht vom Menschen zum Haustier erziehen, sie folgte dem Menschen freiwillig. Vor circa 9.000 Jahren schloss sie sich im alten Ägypten dem Menschen an und wich ihm seither nicht mehr von der Seite. Ihr Erscheinungsbild hat die Urkatze dabei nicht sonderlich verändert und auch die gezielte Katzenzucht brachte insgesamt nur circa 40 anerkannte Rassen hervor. Ihrem Spitzenplatz als Schmusehaustier tut dies allerdings keinen Abbruch.
Exoten auf dem Vormarsch
Neben den klassischen Vier- und Zweibeinern wie Hund, Katze, Wellensittich, Meerschweinchen und Hamster, finden sich in Deutschland auch immer mehr Aquarien und Terrarien, die oftmals recht exotische Bewohner beherbergen. So leben in Deutschland beispielsweise rund 100.000 Giftschlangen und über 200.000 Riesenschlangen. Insgesamt tummeln sich in deutschen Wohnzimmern gar über 80 Millionen dieser Exoten. Kleine Nattern, meterlange Boas, Kaimane oder Vogelspinnen – wer einen solchen Untermieter sein eigen nennt, muss schon ein Heimtier-Spezialist sein, denn er trägt viel Verantwortung. Grund hierfür sind die besonderen Ansprüche des exotischen Heimtiers. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Terrarienausstattung und nicht zuletzt das Futter – Exoten stellen ganz bestimmte Anforderungen an ihre Lebensbedingungen, die in unseren Breiten gänzlich auf künstliche Weise geschaffen werden müssen.
Haustiere machen glücklich
Egal, für welches Haustier man sich letztlich auch entscheidet: Der Wert des kleinen Schützlings für das eigene Wohlbefinden ist unermesslich. Studien belegen, dass Haustierhalter weniger zu depressiven Verstimmungen neigen und insgesamt gesünder sind. Kein Wunder, dass Tiere daher schon längst auch zu Therapiezwecken eingesetzt werden. Ob Reittherapie, Katzen in Pflegeheimen oder der Therapiehund in der Behindertenarbeit – unsere Haustiere sind mittlerweile unentbehrlich geworden!